fbpx
MENU CLOSE

Kompressionskleidung

Kompressionssocken, -hosen und -shirts – was bringen sie wirklich und was muss hierbei beachtet werden: Heute geht es bei uns am #sciencefriday um Kompressionsbekleidung und inwieweit sie zur Regeneration beitragen kann.

Anwendungsmethoden

  • Kompressionskleidung wird anhand der Stärke in unterschiedliche Kompressionsklassen eingeteilt (CCL1-4).
  • Steigerung des venösen Blutflusses – Kompressionsdruck nimmt zur Körpermitte hin ab.

Physiologogischer Hintergrund

  • Bei maximalkräftigen und explosiven Übungen: gesteigerte Tiefensensibilität sowie erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen die Ermüdung (Doan et al., 2003).
  • Erhöhte Verstoffwechslung der Abfallprodukte (z.B. Laktatkonzentration) in der Muskulatur (Davies et al., 2009).
  • Verringerung von Muskelschwellungen und Schmerzempfindungen durch einen erhöhten lymphatischen Ausstrom.

Studienlage

  • Die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Kompressionskleidung zur Regenerationsförderung auf subjektive und objektove Belastungsmarker ist bislang uneinheitlich (Born, et al., 2013).
  • Muskelschädigungsparameter (Creatinkinase) sowie das Auftreten von Muskelschmerzen 24 bis 48 Stunden nach einer körperlichen Belastung können reduziert werden (Sperlich et al., 2013).

REGman-Befunde

  • Handballspieler der 2. Bundesliga haben nach einem intensiven Kraftzirkel und Intervallsprints eine mittelstarke Kompressionshose (10 mmHG) angezogen.
  • Objektive Belastungsparameter (Creatinkinase = Energiestoffwechsel der Muskelzellen) sind durch das tragen der mittelstarken Kompressionshose (10mmHG) niedriger.
  • Verbesserter, allgemeiner und subjektiver Erholungszustand der Athleten.

Handlungsempfehlungen

  • Es sollte eine mittelstarke Kompression (ca. 10 mmHG) gewählt werden.
  • Kompressionsdauer sollte mindestens bis 48h nach Belastungsende andauern.
  • Nur eine Kompressionskleidung tragen, wenn das subjektive Wohlbefinden nicht beeinträchtigt wird.

Quellen

Born, D.P., Sperlich, B. & Holmberg, H.C. (2013). Bringing light into the dark: Effects of compression clothing on performance and recovery. International Journal of Sports Physiology and Performance, 8 (1), 4-18.

Davies, V., Thompson, K.G. & Cooper, S.M. (2009). The effects of compression garments on recovery. Journal of Strenght and Conditional Research, 23 (6), 1786-1794.

Doan, B., Kwon, Y. H., Newton, R., Shim, J., Popper, E. V. A., Rogers, R., … & Kraemer, W. (2003). Evaluation of a lower-body compression garment. Journal of sports sciences, 21(8), 601-610.

Sperlich, B., Born, D.P., Kaskinoro, K., Kalliokoski, K.K. & Laaksonen, M.S. (2013). Squeezing the muscle: Compression clothing and muscle metabolism during recovery from high intensity exercise. PLoS One, April 17; 8 (4).