Wissenschaft

Immunsystem von Athleten (Teil 1)

Wie funktioniert das Immunsystem?

Man unterscheidet das angeborene (unspezifische) und das erworbene (spezifische) Immunsystem. Beide Abwehrsysteme sind eng miteinander vernetzt und ergänzen sich bei jeder Reaktion auf einen Erreger oder Schadstoff.

Das angeborene Immunsystem wehrt Erreger allgemein ab und wird deshalb auch als unspezifisches Abwehrsystem bezeichnet. Es arbeitet vor allem mit Immunzellen wie beispielsweise den „Fresszellen“ oder „Killerzellen“. Seine Hauptaufgabe ist es, Schadstoffe und schädliche Keime zu bekämpfen, die zum Beispiel über die Haut oder das Verdauungssystem in den Körper gelangen.

Die erworbene (spezifische) Immunabwehr bildet sogenannte Antikörper und setzt sie gezielt gegen ganz bestimmte Krankheitserreger ein, mit denen der Körper schon früher Kontakt hatte. Man spricht deshalb auch von einer „erlernten“ oder spezifischen Immunantwort.

Die Funktionen des spezifischen Immunsystems werden von zwei Zelltypen ausgeführt:

  • B-Lymphozyten
  • T-Lymphozyten

Weil sich die spezifische Abwehr immer wieder anpasst und dazulernt, kann der Körper auch Bakterien oder Viren bekämpfen, die sich im Laufe der Zeit verändern.

Aktuelle Studienlage:

Das Immunsystem reagiert in hohem Maße auf akute Trainingsbelastungen. Da die Immunreaktion von der Intensität und Dauer der Anstrengung abhängt, besteht bei Athleten, die regelmäßig Ausdauer- und Kraftübungen durchführen, ein erhöhtes Risiko für Infektionen der oberen Atemwege. 

Bei Sportlern, die viel und hart trainieren, wird häufig beobachtet, dass sowohl die unspezifische als auch die spezifische Immunität während der Erholungsphase (≥ 90 min) nach längerer Anstrengung vorübergehend abnimmt.

Faktoren, die die Immunität des Sportlers senken können

  • Anstrengende Trainingseinheiten
  • Alltagsstress
  • Schlafdauer 
  • Umweltextreme
  • Fernreisen
  • Ernährungsdefizite

Empfehlungen für Training und Erholung:

  1. Behalte dein Training-Load im blick 
  2. Das Volumen und die Intensität nur um 10 % pro Woche erhöhen
  3. Erholungsaktivitäten unmittelbar nach intensivem Training 
  4. Erhöhe die Häufigkeit kürzerer Trainingseinheiten statt längerer Einheiten 
  5. Jede dritte Woche eine Erholungswoche planen

Quellen:

  1. Brandes R, Lang F, Schmidt R (Ed). Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie. Berlin: Springer; 2019.
  2. Palmowski, J., Boßlau, T. K., Ryl, L., Krüger, K., & Reichel, T. (2019). Managing Immune Health in Sports-A Practical Guide for Athletes and Coaches. German Journal of Sports Medicine 70(10).
  3. Walsh, N. P. (2018). Recommendations to maintain immune health in athletes. European journal of sport science, 18(6), 820-831.
  4. Walsh, N. P., Gleeson, M., Pyne, D. B., Nieman, D. C., Dhabhar, F. S., Shephard, R. J., … & Kajeniene, A. (2011). Position statement part two: maintaining immune health.

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