Wissenschaft

Immunsystem von Athleten (Teil 5)

Aminosäuren sind am besten bekannt durch ihre zentrale Funktion als Baustein der zahlreichen Proteine. Sie sind für ein funktionierendes Immunsystem unerlässlich und werden für die Synthese der Muskulatur und dem Aufbau der Haut benötigt. Sie sind Bestandteile von Enzymen, Hormonen, der DNA oder fungieren als wichtige Signalstoffe des Gehirns.

Aminosäuren sind in zwei Kategorien einzuteilen: essenzielle und nicht-essenzielle Aminosäuren. Erstere müssen wir über die Nahrung aufnehmen, da unser Körper diese selber nicht herstellen kann. Im Gegensatz dazu, können die nicht-essenziellen Aminosäuren bei ausreichenden Mengen an Stickstoff selber produziert werden. Durch eine sehr einseitige Ernährung kann es durchaus zu Mängeln an einzelnen Aminosäuren kommen, denn nicht in allen Nahrungseiweißen sind alle Aminosäuren vertreten. Dementsprechend ist eine abwechslungsreiche Ernährung von großer Bedeutung, da nur so kann der Bedarf an allen Aminosäuren gedeckt werden.

L-Arginin und L-Ornithin

L-Arginin ist eine nicht-essenzielle Aminosäure und die Vorstufe von L-Ornithin. L-Arginin ist bei der Freisetzung von verschiedenen Hormonen beteiligt. So beispielsweise von Wachstumshormonen, Insulin und Noradrenalin. Des Weiteren ist es ein wichtiger Faktor der zellulären Immunantwort und am Aufbau von Kollagen beteiligt und ist in diesem Zusammenhang wichtig für die Wundheilung sowie den Knochenstoffwechsel. 

Zusätzlich ist L-Arginin die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO), welches eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Gefäßtonus (wirkt gefäßerweiternd) hat.

Empfohlene tägl. Zufuhr

  • Frauen/Männer: 2 – 6 g

Vorkommen in 100 g

  • Erdnüsse: 3,5 g
  • Garnele: 1,2 g
  • Hühnerbrust: 1,5 g
  • Haferflocken: 0,9 g
  • Hühnerei: 0,9 g

L-Glutamin und L-Glutaminsäure

L-Glutaminsäure ist eine nicht essenzielle Aminosäure, die der Organismus aus verschiedenen Vorstufen in genügender Menge herstellen kann. Glutaminsäure selbst dient als Vorstufe für L-Glutamin.

L-Glutamin ist ein Stickstofflieferant für die Synthese von vielen wichtigen DNA-Bausteinen. Des Weiteren ist L-Glutamin eine wichtige Energiequelle für Zellen des Immunsystems und für viele Gewebe des Körpers.

Zusätzlich ist L-Glutamin selber ein Botenstoff des zentralen Nervensystems (Neurotransmitter).

Empfohlene tägl. Zufuhr

  • Frauen/Männer: 2 – 10 g

Vorkommen in 100 g

  • Parmesankäse: 8,1 g 
  • Hühnerbrust: 4,1 g
  • Haferflocken: 3,1 g
  • Hühnerei: 1,8 g
  • Vollmilch: 0,8 g

Lysin 

Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die in ausreichenden Mengen mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Ein Mangel an L-Lysin führt zu Wachstumsstörungen und zu einer reduzierten Immunfunktion. Demnach spielt L-Lysin eine wichtige Rolle in der Immunfunktion und besetzt eine antivirale Wirkung. Die wichtigste Funktion von L-Lysin ist der Knochenstoffwechsel (regt die Osteoblastentätigkeit an).

Empfohlene tägl. Zufuhr

  • Frauen/Männer: 38 mg/kg Körpergewicht

Vorkommen in 100 g

  • Parmesankäse: 3,0 g 
  • Thunfisch: 2,2 g 
  • Schweinefleisch, Filet: 2,2 g 
  • Sojabohnen: 1,9 g 
  • Haferflocken: 0,5 g

Quellen:

Burgerstein, U. P., Schurgast, H. & Zimmermann, M. (2012). Handbuch Nährstoffe. 12. Aufl. Verlag: Trias.1.

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